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Das Mendelssohn-Haus

Unser Museum ist ab dem  12. April 2021 wieder geöffnet.  Für die Buchung Ihres Zeitfensters zum Besuch des Hauses erreichen Sie uns telefonisch unter +49 341 9628820.



+++ Live aus dem Musiksalon im Mendelssohn-Haus +++

Zu Gast sind Akademisten der Mendelssohn-Orchesterakademie. Freuen Sie sich auf Werke von Johannes Brahms, Maurice Ravel und Joseph Haydn.
Übertragung:
Homepage: www.mendelssohn-stiftung.de;
Facebook-Seite: www.facebook.com/MendelssohnHausLeipzig

Unser Programm:
Johannes Brahms (1833-1897)
Sonate in Es-Dur op. 120 Nr. 2
Allegro amabile/Allegro appassionato/Andante con moto/Allegro
Anton Baumgärtel, Klarinette
Charlotte Steppes, Klavier

Maurice Ravel (1875-1937)
Sonate für Violine und Violoncello
Allegro/Très vif/Lent/Vif, avec entrain
Zeno Fusetti, Violine
Felizia Hamza, Violoncello

Joseph Haydn (1732-1809)
Klaviertrio G-Dur Hob. XV:25
Andante/Poco adagio. Cantabile/Rondo all’Ongarese. Presto
Erkki Louko, Violine
Vincent Lo, Violoncello
Moeko Ezaki, Klavier

Die Mendelssohn-Orchesterakademie
Zur Saison 2004/05 riefen das Gewandhausorchester und die Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig (HMT Leipzig) ihre gemeinsame Orchesterakademie, die heutige Mendelssohn-Orchesterakademie, ins Leben. Damit wurde die von Felix Mendelssohn Bartholdy begründete Verbindung zwischen der ältesten Musikhochschule Deutschlands und dem ältesten bürgerlichen Orchester Deutschlands wiederbelebt. Eine Symbiose zwischen Konzert- und Lehrinstitution innerhalb Leipzigs, deren Wurzeln bis zur Gründung des Konservatoriums, der späteren Musikhochschule und der heutigen HMT Leipzig, zurückreichen: Der Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy war Initiator und der erste Studiendirektor des Konservatoriums, Mitglieder der Gewandhausdirektion gehörten zugleich dem Direktorium des Konservatoriums an und nicht zuletzt unterrichteten und unterrichten bis heute führende Musiker des Gewandhausorchesters an der Hochschule.
Getragen wird diese Kooperation damals wie heute durch das gemeinsame Ziel, den hochbegabten musikalischen Nachwuchs für Spitzenorchester auszubilden. Damit verbunden ist der Wunsch, das eigene Klangideal und die traditionellen Spielkultur des Gewandhausorchesters zu pflegen und weiterzugeben.
Die als viersemestriges Studium angelegte Mendelssohn-Orchesterakademie bietet den Akademisten neben der Mitwirkung an Konzerten in Gewandhaus, Oper, Thomaskirche und auf Tourneen, Einzel- und Kammermusikunterricht durch Gewandhausmusiker und Lehrkräfte der HMT Leipzig. So werden zusätzlich zu der umfassenden Ausbildung als Orchestermusiker wichtige kammermusikalische Erfahrungen vermittelt, die mit der regelmäßigen Gestaltung von Kammermusikkonzerten im Gewandhaus, in der HMT Leipzig und im Mendelssohn-Haus einhergehen.
Viele Absolventen der Mendelssohn-Orchesterakademie haben sich eine Position im Gewandhausorchester erarbeitet. Andere ehemalige Mitglieder konnten sich Tutti- und Solostellen im In- und Ausland erspielen.

Zum Programm:
Im Sommer 1890, nach Vollendung seines Streichquintetts op. 111, hatte Johannes Brahms Freunden und seinem Verleger mitgeteilt, daß dies sein letztes Werk und es nun Zeit sei, sich zur Ruhe zu setzen („Ich habe genug geschafft.“) Daß der Komponist diesen Entschluß noch einmal revidierte, verdanken wir Richard Mühlfeld, dem Klarinettisten der Meininger Hofkapelle, dessen unvergleichliches Spiel von den Zeitgenossen gerühmt wurde. Auch Brahms faszinierte der einzigartige Ton von „Fräulein Klarinette“, wie er Mühlfeld gern nannte, als er im Januar 1891 ein Kunstfestival in Meiningen besuchte, auf dem der berühmte Musiker Webers Klarinettenkonzert Nr. 1 und das Mozart-Klarinettenquintett zur Aufführung brachte. Die Schönheit des Klangs und genaue Erläuterungen der Möglichkeiten des Instruments durch Mühlfeld bewogen Brahms, erneut zur Feder zu greifen, und so entstanden im gleichen Jahr sein Klarinettentrio op. 114 und das Klarinettenquintett op. 115. Im Sommer 1894 folgten die beiden Sonaten op. 120 in f-Moll und Es-Dur für Klarinette und Klavier, die seine letzten Kammermusikwerke werden sollten. Die Tonarten der Sonaten entsprechen denen der Klarinettenkonzerte, die achtzig Jahre zuvor Weber geschrieben hatte.
Nutzte Brahms den Klang der Klarinette in der f-Moll-Sonate, um eine stille, manchmal schmerzliche Resignation auszudrücken, so ist der Impetus in der Sonate Es-Dur ein anderer: In diesem Werk nimmt ein großer Meister Abschied auf eine heitere Weise, die sich in das Gewand der Einfachheit kleidet.
Die Musikkritiker nahmen die Sonaten op. 120 überwiegend freundlich auf. So war etwa im Musikalischen Wochenblatt vom 27. Januar 1895 zu lesen: „Die Musik, welche uns der Meister in seinen beiden Sonaten bescheert hat, verzichtet, wohl absichtlich, auf das Gefallen der grossen Menge; um so herzlicher wird sie aber von all Denen gewürdigt werden, welche ihre vielen inneren Schönheiten und Herrlichkeiten verstehen; ihnen bietet sie eine Quelle der reinsten Freuden (…)“.

Maurice Ravel pflegte in seinem relativ schmalen Œuvre einen sehr individuellen aber auch ausgesprochen vielseitigen Stil. Er arbeitete mit großer Präzision und schuf Werke, für die er sich sowohl von der Musik vergangener Epochen, als auch entfernterer Kulturen inspirieren ließ. Mit seinem Sinn für Farben verarbeitete er folkloristische Anregungen baskischer, osteuropäischer, fernöstlicher und afrikanischer Herkunft und schuf unerwartete Klänge und Formen, indem er den klassischen Stil auf seine ganz eigene Art veränderte.
Nach dem Tod des hochgeachteten Claude Debussy im März 1918 galt Ravel bald als der führende Komponist Frankreichs. Neben anderen prominenten Komponisten wurde er deshalb von den Herausgebern der Musikzeitschrift La Revue Musicale gebeten, in einer Sonderausgabe ein Werk als Hommage an Debussy zu veröffentlichen. Ravel kam der Bitte nach und schrieb zunächst ein einsätziges Werk für Violine und Violoncello, das die Widmung A la memoire de Claude Debussy trug. Etwa zwei Jahre später ergänzte er seine Komposition um drei weitere Sätze und widmete die so entstandene Sonate ebenfalls dem verstorbenen Komponisten. In ihr griff er einen Teil der musikalischen Ästhetik Debussys auf, der stets transparente und mit sparsamen Mitteln angefertigte Werke anstrebte. Ravel selbst bezeichnete die Sonate später als einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung seines Schaffens. Er begründete dies damit, daß der harmonische Charme früherer Werke einer Strenge wich, die dadurch entsteht, daß die Melodie eines jeden Instruments in den Vordergrund rückt. Die daraus resultierende Linearität der Stimmführung führt ebenso wie Ravels Verwendung von Bipolarität häufig zu dissonanten Wirkungen. Daneben zeigt die Sonate auch Anklänge an ungarische Volksmusik, die durch wilde Pizzicati, rhythmische Begeisterung und wiederum auffällige vorwärtsdrängende Dissonanzen repräsentiert wird.
Die moderne Musiksprache Ravels machte es anfänglich selbst engen Freunden schwer, sich von der Sonate bezaubern zu lassen. Zu groß war der Unterschied zu früheren Werken, etwa den berauschenden Klängen von La Valse. Kritiker warfen dem Komponisten gar vor, ein Massaker an den beiden Solisten, der Geigerin Héléne Jourdan-Morhange und dem Cellisten Maurice Maréchal, begangen zu haben, die das Werk im April 1922 in Paris uraufführten. Doch wie viele Kompositionen Ravels setzte sich die Sonate mit der Zeit mehr und mehr durch und zählt heute zu einem seiner poetischsten kammermusikalischen Werke.

Klaviertrios sind ein Genre, das Joseph Haydns gesamte kompositorische Schaffenszeit durchzieht und von dem uns aus seiner Feder 45 überliefert sind. Er schuf sie in den vielen Jahren als Hofkapellmeister des ungarischen Magnaten von Esterházy ebenso wie in der Zeit, als er als freischaffender Komponist in Wien lebte oder auf Reisen ging. Mehrere dieser Reisen führten den Endfünfziger auch nach London, wo seine Sinfonien bald große Begeisterung hervorriefen. Im Zusammenhang mit seinen Aufenthalten in der englischen Hauptstadt entstanden auch einige späte Klaviertrios, die er im Auftrag von Verlegern schuf. Zu ihnen zählen die Werke Hob. XV:18 bis 29, aus denen in der heutigen Matinée das Trio in G-Dur erklingt. Dieses begeisterte das Publikum so sehr, daß Haydn damit mühelos an seine Erfolge anknüpfen konnte, die ihn in ganz Europa zu einem gefeierten Komponisten gemacht hatten. Dazu trugen nicht nur die Leichtigkeit und die Eingängigkeit der musikalischen Themen bei, sondern auch der exotische Charakter des Finalsatzes, dem eine wichtige dramaturgische Funktion zukommt. Zu Beginn nämlich steht ein sanftes Andante, in dem ein liedhaftes Dur-Thema und ein wehmütiges Thema in Moll abwechselnd variiert werden. Ihm folgt ein Adagio von großer melodischer Schönheit in der Art einer italienischen Cavatine. Der Eindruck dieser beiden relativ ruhigen Sätze wird nun durch das unvermittelt folgende temperamentvolle Finale schnell hinweggefegt. Haydn betitelte es mit Rondo all’Ongarese, also Rondo auf ungarische Art.
Das hingerissene englische Publikum war es auch, das dem Trio zu seinem heute noch gebräuchlichen Beinamen verhalf: In den Erstausgaben in London und Wien finden sich nicht nur die von Haydn benutzte Bezeichnung all‘ Ongarese, sondern auch der Titel Rondo in the Gypsies‘ Style.


Das spätklassizistische Mendels­sohn-­Haus in der Leipziger Gold­schmidt­straße 12 ist die letzte baulich erhalten gebliebene Privatadresse des her­vor­ragenden Komponisten und Musikers Felix Mendelssohn Bartholdy. Es ist die Stätte, an der er am 4. November 1847, 38jährig, starb. Ein großer Garten mit Garten­haus grenzt an das Gebäude und lädt zum Verweilen ein. 1997 wurde die Wohnung des Kom­ponisten Felix Mendelssohn Bartholdy als Museum eröffnet. In authen­tischen Räumen entdeckt der Besucher originale Möbel, Dokumente und Bilder aus dem Familien­besitz. Seit 2014 gibt es einen modernen Museums­teil mit neu­esten Kom­mu­ni­ka­tions­mit­teln, die Wissen über Mendelssohn, sein Leben und Schaffen ver­mitteln.

Die Arbeitstagung Kultureller Gedächtnisorte (KGO) ist ein Zusammenschluß von derzeit 22 national bedeutenden Kultureinrichtungen in den neuen Bundesländern. Ihre Gründung im Jahre 2003 geht auf das damals erarbeitete Blaubuch zurück.
Gedächtnisorte sind Orte, an denen sich Geschichte abgelagert hat; sie halten den konkreten räumlichen Lebensbezug hervorragender Literaten, Musiker, Denker, Wissenschaftler und Erfinder in der Gegenwart bewußt. Zu diesen besonderen Stätten ist jetzt ein Film erschienen, der jedes Museum oder jede Forschungsstätte kurz und prägnant vorstellt. Schauen Sie rein – nicht nur in den Film…

 


Mendelssohn für Kinder

Gut aufgepasst? Hier ist unser Filmquiz zum Ausdrucken, Ausfüllen und zum ins Museum Mitnehmen. Es erwartet euch ein toller Preis. Mini-Quiz

Unsere weiteren Angebote für Kinder .

Museum

Historische Räume

Effektorium

Moderne Räume

Fannys Welt

Führungen

Auf Anfrage werden Besucher gern, in Gruppen oder individuell, durch das Museum geführt. Jeden Sonnabend, 10 Uhr, laden wir auf den Spuren des Komponisten zum Mendelssohn-Rundgang durch das Museum und durch die Leipziger Innenstadt. Anmeldung erbeten. Nach Wunsch organisieren wir für Sie auch kleine Sonderkonzerte. Fragen Sie uns!

Konzerte

Im Mendelssohn-Haus gibt es ein reiches Angebot an Veranstaltungen: allwöchentliche Sonntagskonzerte im Musiksalon, den Leipziger Klaviersommer, Konzerte zu den Mendelssohn-Festtagen u.a. Immer wieder werden so neue Besucher und Künstler, die auch ihre eigenen Ideen in die lebendige Konzertplanung einbringen können, angezogen.

Meisterkurse

Die Internationale Mendelssohn-Akademie am Mendelssohn-Haus Leipzig, gegründet von Maestro Kurt Masur, bietet seit 2008 in jedem Jahr verschiedenste Kurse an – für Gesang, für Dirigieren u.a. Erfahrene und hoch angesehene Künstler leiten diese international besetzten Kurse. Informieren Sie sich hier über das Kursangebot und die Kursleiter.

Museumspädagogik

Seit 2014 hat das Mendelssohn-Haus ein eigenes Museum für Kinder, die sogenannte Remise. Ganz speziell geplante und abgestimmte Führungen und Programme wenden sich dort an Kinder und Jugendliche. Aber auch für Lehrer und Erzieher oder für ältere Menschen organisieren wir eigene Programmformate.

Aktuelles

In den Medien (externe Links)

Mendelssohn-Haus in Leipzig – Museum – Lohnt es sich? Sehenswürdigkeit

Das Mendelssohn-Haus Leipzig hat als Musikerbestätte das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten.

Maestro Kurt Masur:

Wie sehr haben wir in den ver­gan­genen 20 Jahr­en da­rum ge­kämpft, Felix Men­dels­sohn Bartholdy nicht nur in Leipzig, son­dern inter­na­tional zu einer ihm ge­büh­renden Auf­merk­sam­keit und Ehre zu ver­hel­fen. Wie viele Ini­tia­ti­ven haben wir mit viel Mü­he und Lie­be ins Le­ben ge­ru­fen: Das Men­dels­sohn-Haus mit sei­nem be­deu­ten­den Museum ist das be­ste Bei­spiel da­für. Wie vie­le groß­artige in­ter­na­tio­nale Er­fol­ge konn­te Men­dels­sohn da­durch be­reits feiern! Die Musik­stadt Leip­zig und vor allem auch das Gewand­haus­or­che­ster ha­ben dem Kom­po­ni­sten, Mu­si­ker und Ge­wand­haus­ka­pell­mei­ster Men­dels­sohn viel zu ver­dan­ken. Sei­nen Geist müs­sen wir mit höch­ster Prio­ri­tät wei­ter­tra­gen, das ist eine Ver­pflich­tung!

Unsere Partner:
Gefördert von der Stadt Leipzig, von der Beauftragten
der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes mitfinanziert.