Cécile Mendelssohn Bartholdy

Die unbekannte Schöne

Kabinettausstellung im Gartenhaus
ab 1. Juni 2024, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Im Rahmen des Themenjahres "Stark! Weibliche Lebenswelten in den Leipziger Musikermuseen"

Gefördert durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig

Wer war die Frau an der Seite von Felix Mendelssohn Bartholdy?

Lange hat sich der Komponist mit der Wahl einer Partnerin Zeit gelassen. Als er im Jahr 1835 die Stelle des Gewandhauskapellmeisters in Leipzig antrat, gehörte Mendelssohn noch zu den Junggesellen. Seine Geschwister waren bereits alle verheiratet. Seine Mutter sorgte sich, dass aus ihrem Sohn ein Hagestolz werden könnte. „Ich fürchte, Felix wird bei seiner Mäkelei ebenso wenig einen Operntext als eine Frau bekommen“, resümierte ein enger Freund. Während des Sommers 1836 aber lernte Mendelssohn in Frankfurt am Main mit Cécile Jeanrenaud eine junge Frau kennen, die ihn in ihren Bann schlug. „Ich bin so entsetzlich verliebt, wie noch niemals in meinem Leben“, gestand er seiner Schwester Rebecka. Im September 1836 machte er den Heiratsantrag und im März 1837 fand die Hochzeit statt.

© Mendelssohn-Haus Archiv

Über die Frau, die den Lebensweg Felix Mendelssohn Bartholdys zehn Jahre begleitete, ihn unterstützte, die fünf Kinder gebar und offenbar das perfekte familiäre und gesellschaftliche Umfeld für den Komponisten, Stardirigenten und Klaviervirtuosen schuf, finden sich in der Literatur nur wenige Informationen. Die einschlägigen Mendelssohn-Biografien vermitteln das Bild von einer durchschnittlich musikalischen, durchschnittlich intelligenten Frau, die sich vor allem durch ihr sanftes Gemüt und ihre außergewöhnliche Schönheit ausgezeichnet hat. Grund genug, all dies zu hinterfragen und herauszufinden, wer diese Frau wirklich war.

Themenführung

Frauen um Mendelssohn

Jeden letzten Sonntag im Monat, jeweils 15 Uhr

30.6. / 28.7. / 25.8. / 29.9. / 27.10. / 24.11. / 29.12.

Tickets: 10 Euro - Anmeldung unter 0341 9628820

Stark! Weibliche Lebenswelten in den Leipziger Musikermuseen

Mendelssohn-Haus, Bach-Museum, Schumann-Haus, Grieg-Begegnungsstätte, Musikinstrumentenmuseum und Stadtgeschichtliches Museum

  • Das Kooperationsprojekt

    In Ausstellungen, Führungen, Konzerten, Podiumsgesprächen und Workshops werden verschiedene Facetten weiblicher Lebensentwürfe beleuchtet und die maßgebliche Rolle von Frauen in der Musikgeschichte sowohl sicht- als auch hörbar gemacht. Das Thema bietet reichlich Forschungspotential, die Vielzahl der Angebote hält für jede und jeden etwas bereit.

    Lassen Sie sich inspirieren! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

    Unser herzlicher Dank gilt der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Leipzig für die Unterstützung dieser Kooperation.

  • Ausstellungen - Führungen - Workshops

    Sonderausstellung Bach-Museum Leipzig

    Die Stimmen der Frauen aus der Bach-Familie

    Sonderausstellung Bach-Museum Leipzig
    24.5.–10.11.2024

    Der Name Bach ist in aller Welt mit dem Komponisten Johann Sebastian Bach verbunden.
    Doch was ist über die Frauen der berühmten Musikerfamilie bekannt: über die Hofsängerin Anna Magdalena, die Musikalienhändlerin Anna Carolina Philippina oder die Opernsängerin Cecilia Bach? Die Sonderausstellung zeichnet ihre Lebensbilder nach und beleuchtet Handlungsspielräume von Frauen im Musikleben über einen Zeitraum von 200 Jahren. An Hörstationen erheben 33 Frauen der Bach-Familie ihre Stimme und berichten aus ihrem Leben.

    Führungen

    Dienstag, 15 Uhr - 2.5. / 6.8. / 5.11. - Eintritt frei

    Freitag, 15 Uhr - 24.5./ 21.6. / 26.7. / 30.8. / 27.9. / 11.10. / 1.11. - im Museumspreis inbegriffen

    Sonntag, 11 Uhr - 23.6. / 21.7. / 25.8. / 29.9. / 13.10. / 10.11. -  im Museumspreis inbegriffen

    Sonderführungen zum Bachfest Leipzig - 8.6. / 10.6. / 12.6. / 14.6. / 16.6.

    jeweils 10 Uhr deutsch, 11 Uhr englisch

    Tickets: 15 Euro

    erhältlich unter www.bachfestleipzig.de oder an der Museumskasse

    Clara Josephine Schumann, geb. Wieck

    Die Führung im Schumann-Haus bietet Ihnen einen facettenreichen Einblick in das Leben und Wirken der Musikerin und lässt Sie im Ambiente der ehemaligen Schumann-Wohnung eine Zeitreise der besonderen Art erleben.

    Sonntag, 14 Uhr - 2.6. / 16.6. / 14.7. / 21.7. / 29.9. /6.10. / 13.10. / 3.11.

    Tickets: 7 Euro

    Reservierung: 0341 39392191 oder info@schumannhaus.de

    "Auch mein Leben ist die Musik!"

    Die Themenführung rückt Frauen von der Renaissance bis in die Gegenwart in den Fokus, deren Spuren im Musikinstrumentenmuseum zu finden sind. Dabei geht es um Musikerinnen, Komponistinnen und Instrumentenbauerinnen wie Francesca Caccini oder Nannette Streicher-Stein, aber auch darum, wie Frauen seit der frühen Neuzeit musikalisch tätig waren.

    Samstag, 16 Uhr

    22.6. / 20.7. / 24.8. / 14.9. / 19.10. / 16.11. / 14.12.

    Tickets: 7 Euro

    Treffpunkt: Kassenfoyer des Grassi, vor dem Eingang des Musikinstrumentenmuseums

    Was macht eine Feministin aus?

    Auf Spurensuche mit Clara Schumann und Louise Otto-Peters
    Workshop Schumann-Haus Leipzig

    Leipzig, Musik- und Messestadt und Gründungsort des ersten »Allgemeinen Deutschen Frauenvereins « (ADF). Im Jahr 1819 erblickten zwei außergewöhnliche Frauen in Sachsen das Licht der Welt. Die eine: Clara Wieck, Klaviervirtuosin und Komponistin, die andere Louise Otto Peters, kritische Schriftstellerin, Vorkämpferin für die Rechte der Frauen und Gründungsmitglied des ADFs. Die Lebenswelten der beiden Frauen ähneln sich und könnten doch auch unterschiedlicher nicht sein. Beide stammten sie aus gutbürgerlichen Familien und lebten als emanzipierte Frauen. Doch emanzipiert durch ihre politische Haltung oder emanzipiert durch die äußeren Umstände? Anhand von Briefen und Zeitungsartikeln (Primärquellen) begeben sich die Schülerinnen und Schüler selbst auf die Suche nach der Antwort auf die Frage: Clara Schumann, eine Feministin?

    Ganzjährig buchbar unter info@schumannhaus.de
    Mindestanzahl: 10 Personen, geeignet für Schulklassen ab Klassenstufe 9

  • Konzerte - Feste - Gespräche

    So, 19. Mai, 11 Uhr Mendelssohn-Haus
    Frauen im Hause Mendelssohn

    Gesprächskonzert mit Ute Büchter-Römer (Moderation) und Eva Sperl (Klavier)
    Werke von Fanny Hensel und Johann Sebastian Bach

    Tickets: 18 Euro / erm. 14 Euro

    So, 19. Mai, 14 Uhr  Grieg-Begegnungsstätte
    Lieder – Ladies – Leipzig. Komponistinnen im Leipzig des 19. Jahrhunderts

    Moderiertes Konzert mit dem "trio pontes"
    Anna Schors (Mezzosopran), Paul Heller (Klavier) und Dr. Maria Behrendt (Musikwissenschaftlerin)

    Tickets: 15 Euro / erm. 10 Euro

    Do, 23. Mai, 18 Uhr Bach-Museum
    Leipzig Musiktalk zum Ausstellungsstart – Die Stimmen der Frauen aus der Bach-Familie

    Mit der Autorin Maria Hübner, Sewon Kim (Sopran), N.N. (Cembalo)
    Die langjährigen Forschungen Maria Hübners bilden die Grundlage der neuen Sonderausstellung im Bach-Museum. In ihrem Buch »Die Frauen der Bach-Familie« hat sie 33 Lebensbilder gezeichnet – von Bachs Mutter bis zu seinen Urenkelinnen. Zum Start der Ausstellung gibt sie Einblicke in ihren reichen Wissensschatz.

    Eintritt frei

    So, 26. Mai, 15 Uhr Bach-Museum
    Mandoline & Cembalo

    Caterina Lichtenberg (Mandoline) und Alexander Pulaev (Cembalo)
    Werke von Johann Sebastian Bach, Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Alessandro Scarlatti und Georg Philipp Telemann

    Tickets: 20 Euro / erm. 15 Euro

    Fr, 31. Mai, 17 Uhr Mendelssohn-Haus
    Eröffnung des Themenjahres "Stark! Weibliche Lebenswelten in den Leipziger Musikermuseen"

    Im Anschluss kann die Ausstellung "Die unbekannte Schöne. Cécile Mendelssohn Bartholdy" besichtigt werden.

    Eintritt frei

    Fr, 31. Mai, 19.30 Uhr Schumann-Haus
    HERstory unleashed. Lieder widerständiger Komponistinnen

    Franziska Hiller (Sopran) und Bendahan Bitton (Klavier)
    Werke von Clara Schumann, Ethel Smyth, Alma Mahler u.a.

    Die Geschlechtergleichstellung und die Anerkennung des Beitrags von Frauen in der Kunst sind heute dringender denn je. Der Liederabend HERstory unleashed schafft Raum, um Fragen zu diskutieren, das Erbe bemerkenswerter Komponistinnen zu würdigen und den Einfluss ihrer Musik auf die heutige Zeit zu reflektieren.

    Eintritt frei

    Sa, 1. Juni, 19 Uhr Schumann-Haus
    Speak low. Lieder über Männlichkeiten

    Johannes Worms (Bariton) und Künstlerische Person Nasti (Klavier und Live-Elektronics)
    Werke von Franz Schubert, Robert Schumanns, Gustav Mahler, Benjamin Britten u. a.

    Autos, Muskeln, Dominanz: Einschlägige Männlichkeitsdarstellungen werden noch heute  als erstrebenswertes Ideal verkauft. Doch was bedeuten diese Erzählungen für unser Leben? Und was wäre jenseits des historisch gewachsenen Blickwinkels auf kulturelle Geschlechter möglich? Mit diesen Fragen eröffnen Johannes Worms und Nasti dem Publikum eine neue Begegnung mit bekannten Liedern.

    Eintritt frei

    Sa, 2. Juni, 15 Uhr Alte Handelsbörse
    Livia-Salon mit Gesang und Gesprächen

    Lorraine Pudelko (Sopran), Sung Ah Park (Klavier), Dr. Anselm Hartinger und Kerstin Sieblist (Museum)

    Die privaten Musiksalons, die die Sängerin Livia Frege in ihrer Villa gegeben hat, waren im 19. Jahrhundert gesellschaftliche Ereignisse. Im Livia-Salon soll daran erinnert werden. Musiziert werden Lieder, Oratorienarien und weitere Stücke, die Livia Frege entweder gewidmet wurden oder die sie nachweislich gesungen hat.

    Eintritt frei

    2. – 5. Juli und 9. – 12. Juli, jeweils 13–15 Uhr Bach-Museum
    Offene Schreibwerkstatt

    Schreiben Sie wie Anna Magdalena Bach: mit Tinte und Gänsefeder auf ihrem eigenen handgeschöpften Papier – gern in der barocken Kurrentschrift!

    Eintritt bis 16 Jahre frei, für Erwachsene im Museumseintritt inbegriffen

    So, 14. Juli, 11 Uhr Mendelssohn-Haus
    Trio Vivente

    Jutta Ernst (Klavier), Anne Katharina Schreiber (Violine), Kristin von der Goltz (Violoncello)
    Werke von Emilie Mayer, Edvard Grieg und Nils W. Gade

    Tickets: 18 Euro / erm. 14 Euro

    Sa, 10. August, 10 – 18 Uhr Bach-Museum
    Großes Fest
    im kleinen Hof - Tag der offnen Tür

    Ein Fest für die ganze Familie – Freuen Sie sich auf das Puppentheater Papperlapapp, basteln Sie Thaumatrope mit Lieblingsmotiven Anna Magdalena Bachs oder lauschen Sie den Geschichten der Frauen aus der Bach-Familie.

    Eintritt frei

    So, 1. September, 11 Uhr Mendelssohn-Haus
    Preisträgerkonzert

    Andreas Schib (Bariton) und Edward Rushton (Klavier)
    Werke von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Clara Schumann und Johannes Brahms

    Tickets: 18 Euro / erm. 14 Euro

    So, 15. September, 11 Uhr Mendelssohn-Haus
    Weibliche Lebenswelten I

    Benjamin Stiehl (Violoncello) und Manami Ishitani-Stiehl (Klavier)
    Werke von Emilie Mayer, Lili Boulanger, Fanny Hensel und Laura Netzel

    Tickets: 18 Euro / erm. 14 Euro

    So, 22. September, 11 Uhr Mendelssohn-Haus
    Weibliche Lebenswelten II

    Elizaveta Birjukova (Flöte) und Christoph Ritter (Klavier)
    Werke von Amy Beach, Cécile Chaminade, Lili Boulanger und Mel Bonis

    Tickets: 18 Euro / erm. 14 Euro

    Sa, 5. Oktober, 10–18 Uhr Bach-Museum
    Tag der offenen Tür

    Taststationen, Live-Musik und viele inklusive Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung

     Eintritt frei

    So, 13. Oktober, 15 Uhr Bach-Museum
    Große Unbekannte – Komponistinnen des Barock

    Martina Müller (Sopran), Eva Morlang (Moderation/Rezitation), Saskia Klapper (Violine), Clemens Harasim (Laute) und Gregor Meyer (Orgel/Cembalo)
    Lieder, Arien und Sonaten von Barbara Strozzi, Francesca Caccini, Mary Harvey, Sophie Elisabeth von Braunschweig/Lüneburg und Elisabeth-Claude Jacquet de La Guerre; Gedichte von Sibylla Schwarz und Christiana Mariana von Ziegler

    Tickets: 20 Euro / erm. 15 Euro

    Sa, 19. Oktober, 17.30 Uhr Zimeliensaal, Musikinstrumentenmuseum der Uni Leipzig
    Vortrag & Konzert: »Die Frau Capellmeisterin Anna Magdalena Bach«

    Johann Sebastian Bach gilt als einer der produktivsten Komponisten seiner Zeit. Der Bedeutung seines Hauswesens in Hinblick auf sein Schaffen wurden selten Beachtung geschenkt. In einem Vortrag widmet sich Eberhard Spree dem Umfeld Bachs mit besonderem Fokus auf der Rolle von dessen zweiter Ehefrau Anna Magdalena. Den musikalischen Rahmen bilden Darbietungen auf historischen Tasteninstrumenten des Musikinstrumentenmuseums.

    Tickets: 6 Euro / erm. 3 Euro

    Fr, 25. Oktober, 19 Uhr Mendelssohn-Haus
    »Fanny. The Other Mendelssohn«, Doku (UK 2023)

    Filmvorführung (OmU) in Anwesenheit der Regisseurin und Fanny-Hensel-Nachfahrin Sheila Hayman

    Tickets: 5 Euro

    So, 3. November, 14 Uhr Grieg-Begegnungsstätte
    »Ach wie beneide ich immer Leipzig um seine Musik« (Clara Schumann).

    Zehn Jahre Leipziger Frauenporträts online Vorgestellt werden die Grieg- Forscherin Prof. Dr. Hella Brock (1919–2020), die Stifterin Thekla Batka (1764–1852), die Mäzenin Hedwig von Holstein (1822–1897), die Literatin Henry Handel Richardson (1870–1946), die Sängerin Magdalena Jahns (1860–1940), die Organistin Marie Louise Lomnitz-Klamroth (1863–1946) u.a.
    Einführung, Lesungen, Gespräche und Musik. Eine Kooperation mit der Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V.

    Tickets: 10 Euro / erm. 5 Euro

    Sa, 16. November, 17.30 Uhr Zimeliensaal, Musikinstrumentenmuseum der Uni Leipzig
    Podiumsdiskussion: »Role Models: Frauen als Vorbilder zeitgenössischer Musikerinnen«

    Weibliche Musikschaffende waren lange aufgrund ihrer Seltenheit automatisch auch Vorbilder für folgende Generationen. Sie beeindruckten durch ihre Fähigkeit, sich durchsetzen zu können und trotz Vorurteilen oder gesellschaftlicher Normen und Regeln erfolgreich zu werden. Noch heute sind Frauen in einigen musikalischen Berufen eine Rarität. Wie wirkt sich das auf Musikerinnen heute aus? Wer sind ihre musikalischen Vorbilder? Und wie sehen sie sich selbst? Diese Fragen diskutieren Musikerinnen aus verschiedenen Genres und Berufen im Zimeliensaal des Musikinstrumentenmuseums.

    Tickets: 6 Euro / erm. 3 Euro

    So, 8. Dezember, 11 Uhr Mendelssohn-Haus Leipzig
    Reinhold-Quartett

    Dietrich Reinhold und Tobias Haupt (Violine), Norbert Tunze (Viola), Dorothée Erbiner (Violoncello)
    Werke von Judith Weir und Felix Mendelssohn Bartholdy

    Tickets: 18 Euro / erm. 14 Euro

  • Museum digital

    »Unsere hiesige Nachtigall und Lerche«


    Die Sängerin Livia Frege wird Teil des digitalen Rundgangs im Alten Rathaus

    Bereits als 14-Jährige hatte sie eine außergewöhnliche Stimme. Vier Tage vor ihrem Debüt im Gewandhaus am 9. Juli 1832 wurde sie im Leipziger Tageblatt als »junges Talent unserer Stadt« angekündigt, »welches zu den schönsten Hoffnungen berechtigt«. Die Sängerin Livia Frege sang in einer von der Pianistin Clara Wieck veranstalteten »Musikalischen Akademie« – und hieß zu diesem Zeitpunkt noch Livia Gerhardt. Vier Jahre später heiratete sie. Ihr Mann Woldemar Frege kam aus einer wohlhabenden Leipziger Kaufmannsfamilie, an die noch heute das vornehme Fregehaus im Stadtzentrum erinnert. Üblicherweise beendeten Frauen damals ihre professionellen künstlerischen Ambitionen mit der Hochzeit. Livia Frege aber sang weiter. Zwar verabschiedete sie sich von der Opernbühne, doch trat sie noch als Lied- und Oratoriensängerin auf. Als »unsere hiesige Nachtigall und Lerche« beschrieb Felix Mendelssohn Bartholdy sie und widmete ihr mehrere Lieder. Später in ihrer Villa im heutigen Leipziger Stadtteil Abtnaundorf führte Livia Frege einen berühmten musikalischen Salon. Dass diese außergewöhnliche Frau Teil der Leipziger Musikgeschichte ist, steht außer Frage.

    Nun wird sie Teil der Dauerausstellung im Alten Rathaus werden. Dort gibt es seit knapp drei Jahren den digitalen Rundgang »MXM – Museum Ex Machina«. Mit Hilfe eines iPads und einer dort aufgespielten AR-App (Augmented Reality – Erweiterte Realität) treffen Gäste an bestimmten Orten in den Ausstellungsräumen auf Persönlichkeiten der Leipziger Stadtgeschichte. Ab Juni 2024 wird dieser Rundgang um Livia Frege erweitert.
    Im Museumseintritt inbegriffen

    Schumann-Haus Leipzig - Gleichberechtigung in der Musik

    Gibt es Gleichberechtigung in der Kunst? 
    Dieser Frage widmet sich die neue gleichnamige Augmented Reality App des Schumann-Hauses Leipzig. Ausgehend von den Herausforderungen, vor denen Clara und Robert Schumann standen, reflektieren Künstlerinnen und Künstler ihr heutiges Leben zwischen Karriere, Familie und Geschlechterrollen. Museumskuratorin Prof. Dr. Beatrix Borchard interviewte dazu Geigerin Carolin Widmann, Pianistin Lauma Skride, Cellist Peter Bruns, die Singer-Songwriterinnen Laura Liebeskind und Wencke Wollny (Karl die Große) sowie das Künstlerpaar Ellen Stein und Jan Gabbert von den buchstabenschubsern. Ausgestattet mit einem hauseigenen iPad wird der Museumsbesuch in der ersten gemeinsamen Wohnung der frisch verheirateten Schumanns somit um eine virtuelle Ebene erweitert.

    Dieses Angebot kann ganzjährig individuell zu den Öffnungszeiten des Schumann-Hauses genutzt werden.