Sonderausstellung

Zwischen den Stühlen

Im Rahmen der Mendelssohn-Festtage im November 2021 wurde anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ die neue Sonderausstellung „Zwischen den Stühlen“ eröffnet. 30. Oktober 2021 bis 30. April 2022, täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei
Lavater und Lessing besuchen Moses Mendelssohn, Ölgemälde von Moritz Oppenheim, 1852 © The Magnes Collection of Jewish Art and Life, Berkeley

Ende des 18. Jahrhunderts stand in Europa die Emanzipation der Juden auf der politischen Tagesordnung. Zentrales Thema öffentlicher Diskussionen war die Verbesserung der Lebensumstände jener religiösen Minderheit innerhalb der christlich dominierten Staaten. An dieser Debatte beteiligten sich sowohl Juden als auch Nichtjuden; sie wurde geführt von den gebildeten Anhängern der Aufklärung. Ein wichtiger Vertreter auf jüdischer Seite war der Philosoph Moses Mendelssohn, dessen Schriften maßgeblich zur Emanzipation seiner Glaubensgemeinschaft beitrugen. Moses Mendelssohn fand für sich einen Weg, seinem Glauben treu zu bleiben und trotzdem ein anerkanntes Mitglied der preußischen Gesellschaft zu werden. Vier seiner sechs Kinder entschieden sich hingegen für einen Glaubensübertritt vom Juden- zum Christentum. Gerade in jener Zeit der allmählichen Öffnung und der Aussicht auf Anerkennung und Gleichstellung häuften sich die Konversionen.

Die aktuelle Kabinettausstellung gibt einen geschichtlichen Abriss zu den einschneidenden Veränderungen jener Epoche und ihren Auswirkungen auf drei Generationen der Familie Mendelssohn.

Die Ausstellung wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.