Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2014

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2014

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2014 für Hans-Dietrich Genscher und das Gewandhaus-Quartett; Festkonzert mit Magdalena Kožena und dem Gewandhausorchester unter Marc Minkowski; Sternekoch Tim Raue kreierte das Diner

phpblmkwf20140923133513Eines der glanzvollsten gesellschaftlichen Events in Leipzig ging am 20. September 2014, 19 Uhr, im Gewandhaus über die Bühne. Zum achten Mal wurde der Internationale Mendelssohn-Preis zu Leipzig an verdienstvolle Persönlichkeiten verliehen. Geehrt wurden in diesem Jahr Hans-Dietrich Genscher (Kategorie: Gesellschaftliches Engagement) und das Gewandhaus Quartett (Kategorie: Musik)

Foto: Christian Kern

 

 

Das Festkonzert, in dessen Rahmen die Verleihung eingebettet war, wurde vom Gewandhaus-Quartett, vom Gewandhausorchester und der wundervollen Mezzosopranistin Magdalena Kožena gestaltet, die Leitung hatte Marc Minkowski. Auf dem Programm standen: Hector Berlioz „Les nuits d´été op. 7″ und Felix Mendelssohn Bartholdys „Reformations-Sinfonie“ sowie der 1. Satz Allegro vivace assai – aus dem Streichquartett f-Moll MWV R 37.
Im Anschluss lebte die vielgerühmte Mendelssohnsche Salon-Kultur wieder auf, nämlich mit einem exklusiven Gala-Diner im Salon des Mendelssohn-Hauses, dem Wohn- und Sterbehaus des Komponisten. Tim Raue, Berliner Sternekoch und unter anderem Chef des Restaurants „MA“ im Hotel Adlon, kreierte die Speisenfolge und richtete sie meisterlich gemeinsam mit der fairgourmet Leipzig an.

 

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Foto: Christian Kern

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Foto: Christiane Schmidt

Die Erlöse des Abends unterstützen die Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung in ihrer Arbeit, Leben und Werk einer der bedeutendsten europäischen Künstlerpersönlichkeiten zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Herzlich dankte der Leipziger Oberbürgermeister und Stiftungsratsvorsitzende, Burkhard Jung, für die großartige Unterstützung der Spender.

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2014
Preisbegründungen

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Foto: Christiane Schmidt

Kategorie Gesellschaftliches Engagement —–> Dr. Hans-Dietrich Genscher

Seinem Motto: „… verantwortliche Politik muss der Freiheit und der Würde jedes einzelnen Menschen dienen“, ist Hans-Dietrich Genscher immer treu geblieben. Stets hat er sich für eine intensive Zusammenarbeit in Europa, für ein ganzheitliches, global verantwortungs-volles Denken eingesetzt und stets hat er diese Haltung selbst aktiv vertreten. Ein solches Denken und Handeln entspricht ganz dem aufklärerischen Geiste Felix Mendelssohn Bartholdys, des großen Europäers und Mittlers zwischen den Religionen, der sich immer auch in besonderer Weise den Menschen zugewandt hat, nicht nur mit seiner Musik, sondern auch im gesellschaftlichen Leben.
Mit dem Politiker und Humanisten Hans-Dietrich Genscher wird eine Persönlichkeit gewürdigt, die sehr eng mit den Ereignissen um die Friedliche Revolution verbunden ist, die vor 25 Jahren die beiden deutschen Staaten wieder angenähert und durch den Beitritt der Länder im Osten der Republik zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt hat. In diesem Prozess ist seine Zuwendung allen Menschen gegenüber eindrucksvoll deutlich geworden.
Die Aufzählung der zahlreichen Verdienste und Erfolge Hans-Dietrich Genschers auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet wäre lang: im Mendelssohnschen Geist sind seine Verdienste um die Reformprozesse im Osten Europas von hervorzuhebender Bedeutung, weil sie die Grundlage für den Einigungsprozess Europas gewesen sind – ein Ziel, das ganz dem Geist Felix Mendelssohn Bartholdys, des Europäers par excellence, folgt.
Dr. Hans-Dietrich Genscher wird in diesem Jahr mit dem Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig in der Kategorie Gesellschaftliches Engagement geehrt.

Kategorie Musik —–> Gewandhaus-Quartett (Frank-Michael Erben, Violine – Conrad Suske, Violine – Olaf Hallmann, Viola – Jürnjakob Timm, Violoncello

Das Gewandhaus-Quartett wurde bereits 1808 gegründet. Es ist die älteste ohne Unterbrechung existierende Streichquartettformation. Mit seinem über zweihundert-jährigen Wirken zeichnet das Leipziger Gewandhaus-Quartett ein beachtliches Bild abendländischer Musikgeschichte. Schon bald nach seiner Gründung wurde das Quartett zu einer festen Säule im Leipziger Konzertleben und zu einem Glanzpunkt der sächsischen Musiktradition. Bis heute hat es sich einen international ausgezeichneten Ruf erarbeitet, es ist aus den bedeutendsten Sälen nicht mehr wegzudenken und damit ein Ensemble von Weltruhm.
Schon im 19. Jahrhundert waren die Verbindungen des Ensembles zu Felix Mendelssohn Bartholdy, dem Gewandhauskapellmeister, sehr intensiv – Ferdinand David, 1. Konzertmeister und ein enger Freund des Komponisten, und Joseph Joachim, den Mendelssohn als Lehrer förderte, waren beide Mitglieder des Quartetts, das durch sie entscheidend geprägt wurde.
Viele Uraufführungen wurden durch die namhaften Mitglieder des Gewandhaus-Quartetts über die Jahrhunderte hinweg gespielt, darunter natürlich auch einige Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Den heutigen Mitgliedern des Quartettes liegt die Pflege des musikalischen Erbes von Felix Mendelssohn Bartholdy besonders am Herzen – höchst erfolgreiche CD-Aufnahmen und die entsprechenden Konzerte in den renommiertesten Konzerthäusern der Welt beweisen das schlüssig.
Ihr herausragendes, ebenfalls weltweites Engagement für die Erhaltung und Sanierung des Mendelssohn-Hauses sowie ihr Einsatz für den Start der Reihe der Sonntagskonzerte im dortigen Museum seien an dieser Stelle besonders hervorgehoben.
Das Gewandhaus-Quartett wird 2014 mit dem Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig in der Kategorie Musik geehrt.

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Foto: Christian Kern

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Foto: Christian Kern

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Foto: Christian Kern

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Foto: Christian Kern

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Foto: Christian Kern

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Foto: Christian Kern