Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2013

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2013

2013 wurde der Internationale Mendelssohn-Preis zu Leipzig in allen drei möglichen Kategorien verliehen: Richard von Weizsäcker erhielt den Preis für Gesellschaftliches Engagement, Thomas Hampson in der Kategorie Musik und Markus Lüpertz wurde in der Kategorie Bildende Kunst ausgezeichnet.

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

Den Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig erhielten 2013 Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a.D. (Kategorie „Gesellschaftliches Engagement“), der Sänger Thomas Hampson (Kategorie „Musik“) und der Maler und Bildhauer Prof. Markus Lüpertz (Kategorie „Bildende Kunst“). Überreicht wurden die Ehrungen am 28. September 2013 von Leipzigs Oberbürgermeister, Burkhard Jung, anlässlich eines Festkonzertes im Großen Saal des Gewandhauses.

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

Das reiche musikalische Programm gestalteten Gewandhausorganist Michael Schönheit, die Altistin Annette Markert und der Gewandhauschor mit Felix Mendelssohn Bartholdys Drei geistlichen Liedern MWV B 33; die Pianistin Laetitia Hahn spielte das Mendelssohnsche Rondo capriccioso E-Dur op. 14, MWV U 67; Markus Lüpertz & Band begeisterten das Publikum mit Jazz-Improvisationen, während Maestro Kurt Masur und das Gewandhausorchester das Festkonzert mit Schumanns 2. Sinfonie C-Dur op. 61 beschlossen.

Beim anschließenden Diner im Mendelssohn-Saal des Konzerthauses präsentierte die Leipziger Messegastronomie fairgourmet den Gästen ein unvergessliches Menü von Sterne-Koch Tim Raue (Mitte), der eigens aus Berlin angereist war, um den Abend gemeinsam mit seinen Leipziger Kollegen zu betreuen.

Der Erlös der Veranstaltung kommt der Erweiterung des Museums im Mendelssohn-Haus zugute.

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

Kategorie Gesellschaftliches Engagement —–> Dr. Richard von Weizsäcker

Dr. Richard von Weizsäcker, Bundespräsident a. D., genießt in ganz Deutschland und im Ausland ein hohes Ansehen: Er wird für seine klare, feinsinnige und einfühlsame Sprache, ebenso auch für sein aufrechtes Wesen sehr geschätzt.
Richard von Weizsäcker setzt sich für demokratische und christliche Werte ein, regt zu Diskursen an, findet kluge unddeutliche Worte zu komplexen gesellschaftlichen und politischen Themen; er fördert stets die Suche nach Konsens. Seine Politik dient der Demokratie, immer fühlte er sich in seinen verschiedenen Ämtern als Mittler zwischen Volk und Staat. In einem Interview heißt es: „Weizsäckers Herz gehört…dem demokratischen Staat und der Zivilgesellschaft.“
Mit seinem Denken und Handeln folgt er einem Humanitätsideal, das auch im Geiste von Felix Mendelssohn Bartholdy steht.
Weltweit große Beachtung und Anerkennung erlangte Richard von Weizsäcker mit seiner Rede am 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Endes des 2. Weltkrieges, in der er an einen verantwortungsbewussten Umgang mit der NS-Vergangenheit appellierte und diesen Tag erstmals in der Geschichte der damaligen Bundesrepublik Deutschland als „Tag der Befreiung“ benannte. Damit gab er den Deutschen eine Möglichkeit, sich neu zu orientieren.
Dem Volk und dem Staat zu dienen ist für Richard von Weizsäcker Ehrensache, damit stellt er sich in die Tradition Felix Mendelssohn Bartholdys, dem der Dienst am Menschen durch seine Musik stets wichtigstes Ziel war.
Dr. Richard von Weizsäcker wird mit dem Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig im Jahr 2013 in der Kategorie Gesellschaftliches Engagement geehrt.

Laudator für Dr. Richard von Weizsäcker war Dr. Arend Oetker.

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Foto: Gert Mothes

Kategorie Musik —–> Thomas Hampson
Mit dem US-Amerikaner Thomas Hampson wird eine weltweit hochgeschätzte Musikerpersönlichkeit gewürdigt.
Als Bariton hat er sich nicht nur mit mehr als 80 Opernpartien auf den großen Bühnen der Welt einen Namen gemacht. Besonders seine intensive Beschäftigung mit dem Kunstlied-Repertoire, die ihn eng mit dem Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy und dessen Werk verbindet, hat ihn zu einem Meister dieses Faches werden lassen. Für seine Einspielungen von Mendelssohn-Werken, wie z. B. die Oratorien Elias und Paulus sowie mehrerer Lieder, erhielt er beste Rezensionen.
Thomas Hampson sucht und fördert den Kontakt zu seinem Publikum und hält auch auf diese Weise seine Interpretationen warm und lebensnah.
Im Jahr 2009 richtete Thomas Hampson die Song of America Database ein und legte damit den Grundstein für eine einzigartige Sammlung amerikanischen Liedgutes. Mit der 2003 gegründeten Hampsong Foundation unterstützt er junge Talente durch Meisterkurse, Forschungsseminare und verschiedenste Konzertprojekte. Damit begibt er sich ein weiteres Mal in die Nachfolge Felix Mendelssohn Bartholdys, dessen stetes Wirken auch der intensiven Förderung des musikalischen Nachwuchses galt.
Der Sänger Thomas Hampson wird in diesem Jahr mit dem Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig in der Kategorie Musik geehrt.

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Foto: Gert Mothes
Kategorie Bildende Kunst —–> Markus Lüpertz
Prof. Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten und renommiertesten zeitgenössischen Künstlern und wird heute für sein universales Künstlertum, ähnlich wie es Felix Mendelssohn Bartholdy gelebt hat, geehrt. Seine Bildgegenstände zeichnen sich durch suggestive Kraft und archaische Monumentalität aus.
Lüpertz fühlt sich außerdem der Musik stark verbunden und schöpft aus ihr immer wieder Inspiration für seine bildnerischen Werke. Als passionierter Jazz-Musiker spielt er gelegentlich Klavier und tritt ab und zu mit befreundeten Musikerkollegen auf.
Im Jahre 2008 bekannte einer dieser Kollegen über Lüpertz: „Alle Energie, die beim Malen verloren geht, kommt am Piano wieder rein“.
Lüpertz‘ Liebe zu Lyrik und Prosa spiegelt sich u.a. in der Gründung der Kunst- und Literaturzeitschrift Frau und Hund, Zeitschrift für kursives Denken wider, die europaweit bekannt wurde und vielfältigste Inhalte rund um Kunst, Literatur und verwandte Themen bietet. Aus ihr ist die Reihe für kursives Denken hervorgegangen.
Von 1988 bis 2009 war Markus Lüpertz Rektor der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 2009 wurde er in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt.
Prof. Markus Lüpertz erhält den Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig im Jahr 2013 in der Kategorie Bildende Kunst.

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Foto: Gert Mothes

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Foto: Gert Mothes

Unter den Gästen waren der ehemalige Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Prof. Kurt Biedenkopf, und seine Gattin sowie die Staatsministerin Sabine von Schorlemer (Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Sachsen).

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Foto: Gert Mothes

Frau Ingrid Biedenkopf (hier im Bild mit Frau Tomoko Masur) präsentierte die von ihr zur Unterstützung des Mendelssohn-Hauses gestalteten Seidentücher. Der Erlös aus dem Verkauf der Tücher unterstützt die Museumserweiterung, die 2014 abgeschlossen sein wird.