Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2011

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2011

Auch 2011 wurde der Internationale Mendelssohn-Preis zu Leipzig im Gewandhaus zu Leipzig verliehen, diesmal in den Kategorien Musik und Gesellschaftliches Engagement

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Die beiden Preisträger 2011 mit OBM Jung und Maestro Kurt Masur
Foto: Gert Mothes

Kammersänger Peter Schreier und der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki erhielten am 24. September im Leipziger Gewandhaus den Internationalen Mendelssohn-Preis zu Leipzig. Peter Schreier wurde der Ehrenpreis in der Kategorie Musik verliehen, Marcel Reich-Ranicki in der Kategorie Gesellschaftliches Engagement. Die Laudatoren waren Maestro Kurt Masur und Burkhard Jung, Oberbürgermeister von Leipzig. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung spielte das Gewandhausorchester Leipzig – unter der Leitung von Kurt Masur – Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Schubert.
Gewandhausorganist Michael Schönheit eröffnete das Konzert mit einer Orgelsonate von Felix Mendelssohn Bartholdy.

 

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2011

Preisbegründung Kammersänger Peter Schreier

 

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Prof. Peter Schreier
Foto: Archiv Mendelssohn-Haus

Professor Peter Schreier hat in seiner beispiellosen Karriere als Sänger ein breit gefächertes Repertoire glanzvoll gestaltet. In allen Genres (Lied, Oratoriengesang, Oper und Operette) hat er weltweit mit großem Erfolg reüssiert. Hervorzuheben sind hier neben vielen anderen seine Interpretationen von Oratorienpartien in den Werken Johann Sebastian Bachs und Felix Mendelssohn Bartholdys.
In besonderer Weise erfolgreich aber war Peter Schreier mit seinen meisterlichen Liedgestaltungen. Felix Mendelssohn Bartholdy hat neben Franz Schubert eines der umfangreichsten Liedœuvres geschaffen; für die Verbreitung dieser Mendelssohnschen Glanzpunkte in der Musikliteratur hat Peter Schreier mit seinen Aufnahmen der Lieder Felix Mendelssohn Bartholdys Herausragendes geleistet. Diese Einspielungen gelten bis heute als Referenzaufnahmen.
Heute, besonders nach Beendigung seiner aktiven Sängerkarriere, fühlt sich Peter Schreier verpflichtet, seine umfangreichen Erfahrungen an junge Talente weiterzugeben. Internationale Meisterkurse für Gesang belegen die Hingabe, mit der sich der Sänger der Bildung und Nachwuchsförderung widmet. Mit der Verbreitung und Pflege des musikalischen Erbes steht er ganz in der Tradition von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Der Künstler wird in der Kategorie „Musik“ geehrt.

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OBM Burkhard Jung überreicht den Preis an Prof. Peter Schreier
Foto: Gert Mothes

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2011

Preisbegründung Marcel Reich-Ranicki

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Prof. Marcel Reich-Ranicki
Foto: Archiv Mendelssohn-Haus

Professor Marcel Reich-Ranickis Leben und seine Familiengeschichte sind beredtes Zeugnis des ungeheuerlichen Geschehens in der Welt des vergangenen Jahrhunderts. Viele dieser historischen Ereignisse sind bekannt.
Der Mehrheit weniger bekannt ist, daß Marcel Reich-Ranicki in den Tagen des Warschauer Ghettos, in das er zwangsumgesiedelt worden war, in enger Verbindung zur Musik gestanden und dort zum Beispiel Konzerte organisiert hat. Damals hat ihn und die anderen Zuhörer auch die Musik Felix Mendelssohn Bartholdys stark beschäftigt, die Trost und Ermutigung schenkte.
Aber nicht deswegen hat ihn die Jury zum Preisträger für das Jahr 2011 gewählt, sondern weil ihn seine Erlebnisse zu einem Menschen formten, der den Austausch der Menschen unterschiedlicher Geschichte und Weltanschauung zu einem seiner vordringlichsten Anliegen gemacht und dieses über viele Jahrzehnte hinweg vertreten hat.
In Israel wurde dieses Bemühen in herausragender Weise gewürdigt, als auf Bestreben der Freunde der Universität Tel Aviv 2006 der Marcel-Reich-Ranicki-Lehrstuhl für Deutsche Literatur an der Universität Tel Aviv entstand.
Mit diesen Idealen steht er ganz in der Tradition von Moses Mendelssohn und dessen Enkel Felix Mendelssohn Bartholdy.

Professor Marcel Reich-Ranicki erhält seine Auszeichnung in der Kategorie „Gesellschaftliches Engagement“.

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v.l.n.r.: Direktor Jürgen Ernst, Prof. Reich-Ranicki und OBM Burkhard Jung
Foto: Gert Mothes