Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2010

Internationaler Mendelssohn-Preis zu Leipzig 2010

In diesem Jahr haben zwei Preisträger die Ehrung im Gewandhaus zu Leipzig entgegengenommen – Iris Berben und Lang Lang

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Leipzigs Oberbürgermeister mit
den Preisträgern und Veronika
Ferres

Iris Berben und Lang Lang sind die Preisträger (PDF, 1,1 MB) des Internationalen Mendelssohn-Preises 2010 der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung.

Die Preise wurden während eines festlichen Gala-Konzertes im Gewandhaus am 12. Juni 2010, 19 Uhr im Gewandhaus überreicht. An diesem Abend spielte das Gewandhausorchester unter der Leitung von Riccardo Chailly. Solistin am Flügel war Margarita Höhenrieder.
Veronica Ferres führte moderierend durch den Abend. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung als Vorstandsvorsitzender der Stiftung überreichte den Preis an Iris Berben in der Kategorie „Gesellschaftliches Engagement“ und an Lang Lang in der Kategorie „Musik“.

Der 3-Sterne-Koch Joachim Wissler vom Restaurant Vendôme im Grand Hotel Schloss Bensberg, der derzeit als „bester Koch Deutschlands“ gilt (laut „Capital“) kreierte das Gala-Diner. Die Leipziger fairgourmet GmbH sorgte für die festliche Gestaltung des Mendelssohn-Saales und den Service.

Die Gala wurde von der Verbundnetz Gas AG präsentiert und unterstützt von Moët & Chandon Champagne sowie dem Hotel Fürstenhof Leipzig.
Leipzigs Oberbürgermeister mit den Preisträgern und Veronika Ferres

Jury-Begründungen

 

Iris Berben

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Iris Berben
Foto: Gert Mothes

Nicht nur als Schauspielerin, sondern auch mit großem persönlichen Engagement tritt Frau Iris Berben öffentlich für Menschen und Kulturen verbindende Ideen ein. Dabei hat sie sich in besonderer Weise für die Vermittlung zwischen jüdischer und deutscher Kultur engagiert.
In den von ihr initiierten Beiträgen und Projekten richtet sie sich entschieden gegen politische Ränke, Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Für ihre Verdienste um Toleranz und Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel erhielt die Schauspielerin bereits mehrere internationale Auszeichnungen.
Doch nicht nur politisch zeigt Iris Berben eine offene Haltung, auch im humanitären Bereich, wie zum Beispiel als Kuratoriumsmitglied der Deutschen Aids-Stiftung, setzt Iris Berben ihre ganze Kraft für die Rettung von Menschen ein.
Mit ihren Anschauungen und mit ihrer Haltung ist die Künstlerin zum Vorbild für alle Schichten und Altersgruppen in unserer Gesellschaft geworden, deren Missstände sie immer wieder kompromisslos aufzeigt und bekämpft. Damit wird sie den Idealen des Kosmopoliten Felix Mendelssohn Bartholdy in außerordentlicher Weise gerecht, der sich in seinem Wirken u.a. als Mittler zwischen den Religionen eingesetzt hat.

 

 

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Preisträgerin Iris Berben und Jürgen Ernst, Geschäftsführer der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung
Foto: Archiv Mendelssohn-Haus

Lang Lang

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Lang Lang

 

Der chinesische Pianist Lang Lang hat bereits in seinen noch jungen Jahren eine außerordentliche Musikalität bewiesen, die unter anderem ihren Ausdruck in seiner Hingabe zur klassischen europäischen Musik findet.
Frühe Prägungen und eine kontinuierliche Entwicklung haben ihn zu einem der wichtigsten Botschafter der abendländischen Musik in seinem Heimatland China reifen lassen.
Besonders unter dem Dirigat von Maestro Riccardo Chailly hat sich Lang Lang als Pianist bedeutenden Ranges erwiesen. Seine Interpretationen der Musik Felix Mendelssohn Bartholdys fanden große Beachtung beim Publikum und bei der Kritik: So beispielsweise auch bei der Europa-Tournee des Pianisten mit dem Gewandhausorchester Leipzig im Mendelssohn-Jahr 2009. Begeisterungsstürme belohnten den Solisten, das Orchester und seinen Gewandhauskapellmeister, die den Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy, auf dessen Spuren sich die Tournee vollzog, und die Musikstadt Leipzig erneut international ins Gespräch brachten.
Lang Lang hat hierbei mit seinem Einfühlungsvermögen für die Musik Mendelssohns und mit seiner Fähigkeit, damit die Menschen zu begeistern, einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung des Mendelssohnschen Erbes geleistet.

 

Solistin des Abends

Margarita Höhenrieder

Die musikalische Laufbahn der Münchenerin Margarita Höhenrieder begann schon mit 5 Jahren: Sie erhielt Klavierunterricht bei Anna Stadler und studierte später bei Ludwig Hoffmann in München sowie bei Leon Fleisher in Baltimore/USA.

Mit 11 Jahren gab sie ihren e rsten Klavierabend, nahm mit 13 ihre erste Schallplatte auf und erfuhr schon früh Beachtung als Preisträgerin mehrerer internationaler Wettbewerbe. Sie gewann den 1. Preis beim bedeutenden BUSONI-Wettbewerb in Bozen und reihte sich damit in die Liste anderer BUSONI-Preisträger, wie z.B. Martha Argerich und Jörg Demus, ein. Ihr künstlerischer Weg führte sie fortan verstärkt in die großen Musikzentren, wie Berlin, München, Paris, Rom, Salzburg, Mexico City, New York.

Das Repertoire der Künstlerin ist breit gefächert: Neben Mozart und Beethoven gehört ihre besondere Vorliebe Chopin sowie dem Künstlerpaar Clara und Robert Schumann. Die gegenseitige Inspiration der beiden hat sie so fasziniert, dass sie deren a-Moll Klavierkonzerte zusammen auf CD bei BMG-Sony einspielte.

Zeitgenössische Musik, wie etwa den Werken von Harald Genzmer gegenüber, ist die Pianistin sehr aufgeschlossen. Das ihr von Genzmer gewidmete Konzert für Klavier, Trompete und Streicher hat sie uraufgeführt und auf CD veröffentlicht.

Heute spielt Margarita Höhenrieder als Solistin mit den renommiertesten Orchestern, wie z.B. dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Mahler Chamber Orchestra, dem New York Philharmonic, und Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Chailly, James Levine, Fabio Luisi, Lorin Maazel.