Fanny-Mendelssohn-Förderpreis 2017 für Matthias Well

Fanny-Mendelssohn-Förderpreis zum 3. Mal in Hamburg vergeben

Bayerischer Geiger Matthias Well gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten Preis sowie eine Debüt-CD-Produktion mit dem Label GENUIN.

Der Fanny-Mendelssohn-Förderpreis wurde am vergangenen Samstag, dem 28.Januar 2017, in Hamburg zum 3. Mal von einer Fachjury vergeben. Gewonnen hat ihn der 1993 in Oberbayern geborene Geiger Matthias Well, der die 7-köpfige Fachjury nicht nur durch sein außergewöhnlich einfühlsames Spiel, sondern auch durch sein durchdachtes und gleichzeitig authentisches Aufnahmekonzept überzeugte. Somit setzte er sich gegen die anderen vier Finalisten des Wettbewerbes durch.

Matthias Well beschäftigt sich aus alter Familientradition und schon seit früher Kindheit mit Musik, die anlässlich von Trauerfeiern und Beerdigungen gespielt wird. Dabei überraschte er die Jury u. a. damit, dass es sich durchaus auch um fröhliche Musik handeln kann, die den Verstorbenen ehren und den Trauernden Mut und Trost spenden soll. Auf der Suche nach der heute fast völlig vergessenen Zunft der sogenannten „Trauergeiger“ stieß Matthias Well auf Trauermusik aus allen Teilen der Welt und aus den verschiedensten Kulturen. Vieles davon hat er inzwischen für Geige und Akkordeon umschreiben lassen.

Matthias Well studiert derzeit an der Hochschule für Musik und Theater in München und wurde von der renommierten Geigerin Julia Fischer vorgeschlagen, die auch als Patin für seine Bewerbung beim Fanny-Mendelssohn-Förderpreis an seiner Seite stand.

Der Preis ist eine Privatinitiative der Hamburgerin Heide Schwarzweller. Er ist mit 10.000 Euro dotiert, die zweckgebunden in die CD-Produktion und Umsetzung des Konzeptes fließen. Einer der Partner des Klassik-Preises ist das Leipziger Klassik-Label GENUIN. Dort wird die Aufnahme realisiert und die CD veröffentlicht. Dazu Holger Busse, Tonmeister und Mitbegründer von GENUIN, sowie Mitglied der Jury: „Wir sind sehr froh, als Partner diesem besonderen Preis zur Seite stehen zu dürfen. Und wir sind schon gespannt auf das CD-Projekt mit dem wunderbaren Geiger Matthias Well, das durch sein ungewöhnliches und tiefgründiges Konzept sicherlich sehr viele Menschen ansprechen wird.“

Weitere Partner des Fanny-Mendelssohn-Förderpreise sind das Mendelssohn-Haus Leipzig, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Frauenkirche Dresden sowie die Fanny und Felix Mendelssohn Gesellschaft Hamburg.

Die Jury besteht aus dem Journalisten Jürgen Kesting (Vorsitz), dem Geschäftsführenden Vorstand der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung Jürgen Ernst, dem Dramaturgen Dieter Rexroth, dem Cellisten Niklas Schmidt, dem Intendanten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern Markus Fein, dem Konzertmanager der Frauenkirche Dresden Ralf Ruhnau sowie Holger Busse. Um sich für den Preis zu bewerben, muss man nicht nur außergewöhnlich gut spielen können, sondern auch ein innovatives musikalisches Konzept einreichen. Außerdem braucht jeder Bewerber einen Paten aus der aktuellen Klassik-Szene.