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Die Werke Mendelssohns

Felix Mendelssohn Bartholdy schrieb in einem Zeitraum von 28 Jahren über 750 Kompositionen, in denen sämtliche Gattungen vom Singspiel bis zur Sinfonie Berücksichtigung fanden.

Die Fundamente seines Schaffens sind außerordentlich vielschichtig. Neben traditionsgebundenen musikalischen Strömungen waren auch außermusikalische Einflüsse prägend, wie sie sich aus den Kontakten des Künstlers zur Dichtung, den bildenden Künsten, zur Religion, Philosophie, zur Natur und zum Menschen ableiten lassen.

Der jugendliche Mendelssohn orientierte sich zunächst an den klassischen und barocken Kompositionstechniken und deren Formen. Von früh an war ihm, wie beispielsweise an den Charakterstücken op. 7 erkennbar, die Musik Bachs vertraut. Der Einfluß Mozarts wird in nahezu allen 12 Streichersinfonien des 12 bis 14jährigen und in seinen frühen Singspielen spürbar. Einen neuen Impuls löste die Begegnung mit Beethovens Spätwerk aus, die 1827 und 1829 die Streichquartette op. 12 und op. 13 bestimmte. Die überragende Leistung des jungen Komponisten bestand jedoch darin, in Anlehnung an die klassischen Vorbilder in knapp vier Jahren seinen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt zu haben. Mit 16 schuf er sein berühmtes Oktett op. 20; ein Jahr später gelang ihm mit der Ouvertüre zum Sommernachtstraum op. 21 ein weiterer Geniestreich. Das Werk stellt nicht nur die erste eigenständige Komposition einer Ouvertüre dar, die nichts mehr einleitet, sondern signalisiert als Anfangspunkt einer neuen Gattung den Aufbruch zur großen romantischen Instrumentalmusik.

Die zahlreichen Überarbeitungen und Korrekturen des sehr selbstkritischen Komponisten führten dazu, daß er nur ein Bruchteil seiner Werke zur Veröffentlichung freigab. Sinfonische Hauptwerke wie die Reformationssinfonie (op. 107) und die Italienische Sinfonie (op. 90) erschienen erst posthum im Druck.

Große Wirkung erzielte Mendelssohn mit seinen beiden Oratorien Paulus op. 36 und Elias op. 70, mit denen er an die Werke Bachs und Händels anknüpfte und einen wichtigen Impuls für die erneute Zuwendung zum biblischen Oratorium gab. Als Kirchenmusiker hoch angesehen vertonte Mendelssohn zahlreiche Psalmen und schuf mit dem Lobgesang op. 52 eine Sinfonie-Kantate nach Worten der heiligen Schrift.

Unter Mendelssohns Werken für Soloinstrumente dominieren die Kompositionen für Klavier, in denen er virtuos die Gestaltungsmöglichkeiten des Instrumentes zur Geltung bringt. Besondere Erwähnung verdienen hier das Rondo capriccioso op. 14 und die Variations serieuses op. 54. Nahezu zum Synonym für den Namen des Komponisten wurden seine Lieder ohne Worte. Die von Mendelssohn eingeführte Bezeichnung zeugt von dem Versuch, die melodische Komponente als prägendes Element dieser kurzen, jedoch anspruchsvollen Klavierstücke hervorzuheben.

Der Umfang und die Vielfalt des Mendelssohnschen Schaffens ist eindrücklich in dem kürzlich erschienenen Symbol interner Link Mendelssohn Werkverzeichnis (MWV) dokumentiert.